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Kirmesfahne
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Das wichtigste Fest im Jahr in Brotterode ist unsere Kirmes. Für die Kirmes in Brotterode gelten einige Besonderheiten. Der Wochentag von Jacobi (25. Juli) entscheidet über die Kirmeswoche entweder Ende Juli oder Anfang August.
Ursprünglich wurde die Brotteröder Kirmes acht Tage, von Montag bis Montag gefeiert.
Der erste Hinweis über die Kirmes in Brotterode stammt aus dem Jahre 1589.
"Vivat" an der Fahne steht,
Die an der Kirchturmspitze weht.
Mit ihren alten schönen Wappen:
"Glückauf, Glückauf!" ihr alten Knappen.
Ich hörte lang die Glocken läuten,
Was soll denn dieses nun bedeuten?
Ich höre sie so helle klingen,
Daß sie in Herz und Seele dringen.
Ich hör das Läuten immer noch,
Es bedeutet die Jacobiwoch.
Jacobiwoch die Kirmeszeit
Gibt Freude viel für Mann und Weib.
Und all die jungen Mägdelein
Und jede will die Schönste sein.
Denn jede hat ein neues Kleid,
Geführt vom Jüngling an der Seit.
Trompeten hör ich musizieren,
Im Kirmeszug durchs Dorf marschieren.
Auf den Sälen drehn und schwingen
und vom Büffet dröhnt lustig Singen.
Abbildung: Die Brotteröder Kirmesfahne - Diese wird am Kirmesmontag um 6 Uhr morgens aus dem Turmfenster unserer Kirche gehangen und am darauffolgenden Montag um 6 Uhr früh wieder eingeholt.
Wer hat uns diese Lust gebracht?
Wer hat an Brottero' gedacht?
Karolus hat sich einquartiert,
Die Bergleut wurden alarmiert,
Die Frauen eilten schnell hinzu,
Die Kais'rin hatte Wochenruh.
"Für Euer Tun und Pflegen
Schenk ich Euch meinen Segen.
Steigt auf die Berge, auf die Höh'n
Soweit ihr könnt im Umkreis seh'n,
Der Wald, die Jagd, die Fischerei,
Dies alles Euer Eigen sei!"
Unvergessen soll Karolus sein!
Altes Recht, kehr wieder ein!
Kirmesgedicht von Karl Wilhelm Kley aus dem Jahre 1925
Abbildung: Brotteröder Trachten - Diese wurden besonders zu festlichen Anlässen wie die Kirmes "ausgeführt"
Abbildung: Der Carolus- Brunnen in Brotterode - Dieser ist Kaiser Karl V. gewidmet, auf den nach der Überlieferung die Brotteröder Kirmes zurückgehen soll. Der Kaiser habe über eine Woche hinweg den Brotterödern bestimmte Privilegien gewehrt, darunter das Brau- und Bierverkaufsrecht sowie Jagdrecht. Und jene, die was ausgefressen hatten, durften mitfeiern und wurden so lange nicht verfolgt.